Wieder zurück auf dem Schiff in Cambrai mit Bergfreund und neuem Crewmitglied Herbert Bauer. Für John und Carol gab es als kleines Dankeschön bayerische Brotzeit und einem „Tragerl Raitenhaslacher“ Hellem aus der Heimat. Dank Ihres täglichen Pumpeinsatzes war die GINI noch auf und nicht unter Wasser.
Aufbruch in der Dämmerung nach St. Quentin mit vierzehn Schleusen und dem Tunnel von Riqueval, vor dem uns Seppo eindringlich gewarnt hatte. Sein Schiff lief hieraus sehr verschrammt und mit verbogenen Relingstützen im Hafen ein. Er wurde auf Grund seiner Länge direkt hinter dem Kettenschlepper gezogen. An seinem Heck hing noch ein Tross von kleineren Schiffen, jedoch nicht mit überkreuzten Leinen. Dadurch schrammte sein Boot in der leichten Biegung der fast 6 km langen Tunnels am Trottoir oder der Tunnelwölbung entlang. Zu allem Unglück konnte er im Anschluß wegen eines Schraubendefekts nicht mehr aus eigener Kraft weiter fahren.
Hundstage mit über 40 Grad im Schatten, aber am Steuer war nur „plain soleil“. An manchen Abschnitten konnte ich mich kurz unter Fahrt durchs Wasser ziehen lassen, keine wirkliche Abkühlung. Am Steuer standen wir mit in Wasser getauchten dicken Frotteetüchern und die nach 20 Minuten wieder getrocknet waren.
Der Wasserstand hier im Kanal war niedrig. Für die GINI gab es nur eine schmale Fahrrinne in der Mitte, gerade noch schiffbar. Am Rand konnten wir selten festmachen, dort steckten wir schnell mal fest. Einige tote Rehe trieben heute im Kanal. Die Uferkrone wurde für sie bedingt durch das wenige Wasser wohl unerreichbar.
Am nächsten Morgen ging es in einen 18 Grad kalten Tunnel. Nach knapp sieben Kilometern und 2h später waren wir wieder in der Hitze bei über 40 Grad Celsius.